Grundlagen

Grundlage der Arbeit ist das Erkennen, dass unsere frühesten und nachhaltigsten Prägungen bereits in der Schwangerschaft, während der Geburt und in unserer allerersten Zeit als Baby angelegt werden. Diese Erfahrungen werden im impliziten Gedächtnis als somatische Muster gespeichert und bleiben zunächst meist unbewusst.

Wie wir die Welt erleben und uns auf Welt beziehen, neugierig forschend, ängstlich, zögerlich, zurückhaltend, immer etwas zu schnell, etc. Wie wir Beziehungen und Vertrauen erleben und gestalten, ob wir uns mit uns selbst grundsätzlich wohl und im Reinen fühlen, all das und noch vieles mehr nimmt dort – in der vorsprachlichen, nicht bewusst zu erinnernden Zeit seinen Anfang.

Grundlage der Arbeit ist aber gleichzeitig die Erfahrung und das Wissen, dass nichts so bleiben muss wie es ist wenn wir es mit unserer Präsenz und unserem liebevollen Bewusstsein berühren und der Transformation zum Heileren hin preisgeben. Das Körpergedächtnis ist dabei unentbehrlich, um die tiefsten Schichten der Erfahrung zugänglich zu machen. So wie im Wunder des entstehenden Lebens verschiedene Schichten des Seins zusammenkommen, bewegt sich die Arbeit immer wieder an den Verbindungen von Psychologie, Spiritualität, Neurobiologie, Achtsamkeitspraxis und Psychotraumatologie.

Das Heile, das unverwüstlich in jedem Menschen wohnt zu stärken und größer werden zu lassen, ist Kernanliegen und erreichbares Ziel jedes Prozesses. Im Talmud findet sich ein Zitat, das ich liebe: „Jeder Grashalm hat einen Engel, der sich über ihn beugt und ihm zuflüstert: Wachse, wachse!“ Im Menschen ist dieser Engel vielleicht jene Kraft, mit der er hier auf die Erde gekommen ist, das Lichte und Andere, das sich unserem wissenschaftlichen Denken entzieht, und dennoch wirkt.

Erst jenseits von Schuld und Unschuld kommen die größeren Zusammenhänge ans Licht und das, was es gebraucht hätte, kann körperlich erfahrbar seelisch nachgeholt werden. So wird Stück für Stück integriert was einst wegen Überwältigung oder Überflutung in der traumatischen Situation abgespalten werden musste und alle Anteile können wieder in Einklang kommen.

Es geht dabei weniger um die Geschichte als vielmehr um eine Neucodierung der gemachten Erfahrung, die alle nachfolgenden Erfahrungen prägte. Durch das Setzen neuer Bahnen im Gehirn werden dem Menschen neue Möglichkeiten eröffnet. Er wird zunehmend freier sein Leben nach seinen Vorstellungen zu gestalten, ohne dass ihm alte Muster alles vermasseln.

Ich arbeite stets prozess- und ressourcenorientiert. Der Mensch, seine Sehnsucht und sein Weg stehen im Mittelpunkt.

„Empathie ist zwar nicht alles. aber ohne Empathie ist alles nichts.“ so hat es einer meiner wichtigsten Lehrer fomuliert. Ich lebe und erlebe die Wahrheit dieses Satzes, seit ich klein bin. Deshalb ist sie das vielleicht tragendste Element meiner Arbeit.

Die Haltung der gewaltfreien und Elemente der transparenten Kommunikation tragen meine Arbeit ebenso wie die Traumatherapie nach Peter Levine (SE), die systemische Arbeit und vor allem die prä- und perinatale, körperorientierte Psychotherapie nach Franz Renggli. Die Vielzahl meiner LehrerInnen und Inspirationen lässt sich zwar aufzählen, sprengt aber vermutlich den Rahmen. Manchmal erscheint es mir als sei ich eine mit dem Finden gesegnete Schatzsucherin.